Über Eduard Bernstein

Im letzten Winter verglich ein Genosse die CAMPUSLINKE mit Eduard Bernstein. Dies erscheint als guter Anlass, sich auf dem letzten Treffen im Sommersemester 2013 einmal mit dieser historischen Persönlichkeit der deutschen Arbeiterbewegung auseinanderzusetzen.

Eduard Bernstein wird 1850 in (heute Berlin-)Schöneberg als Kind einer Arbeiterfamilie geboren. Er selbst wird zunächst Bankkaufmann. Ab 1872 Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei, arbeitet er am Vereinigungsprozess der beiden deutschen sozialdemokratischen Parteien mit. Von der preußischen Regierung ins Exil vertrieben, lebt er zunächst in der Schweiz, später in London. Er ist befreundet mit Friedrich Engels (wird später sein Testamentsvollstrecker) und Karl Kautsky. In den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts beginnt es dank seiner Thesen in der SPD zu rumoren. Dabei versteht sich Bernstein nicht als einer, der den Bruch mit dem Marxismus forciert, sondern der marxistische Dogmen an der Realität messen will. Er glaubt nicht (mehr) an den natürlich eintretenden Kollaps der kapitalistischen Produktion und der zwangsweisen Massenverelendung der Arbeiter. Die Demokratie als Abwesenheit von Klassenherrschaft ist ihm zum Ideal geworden, eine Revolution mit dem Ziel einer Diktatur des Proletariats strebt er nicht an. Die Einschätzung, dass die SPD sich stets für den Frieden einsetzen würde, hat sich nicht bewahrheitet. Immerhin er selbst ist, seit 1902 Reichstagsabgeordneter, aber so konsequent, mit Leuten wie Karl Kautsky, Hugo Haase oder Rosa Luxemburg die Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands zu bilden. Nach dem Krieg setzt er sich für eine Wiedervereinigung der Sozialdemokratie ein, zunächst vergebens. Anfang der 20er Jahre aber bricht die USPD am Dissens zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten schließlich zusammen. Der Sozialdemokrat Eduard Berstein stirbt 1932 in Berlin-Schöneberg.

Ob es also nun sehr, sehr schlimm ist, in die Nähe von Bernstein gerückt zu werden, oder vielleicht auch gar nicht so sehr, wird CAMPUSLINKE diskutieren.
Montag, 15. Juli, 20 Uhr, Landesgeschäftsstelle der LINKEN

Zur PowerPointPräsentation